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Projekt Valdepajares del Tajo - Region Extremadura

Extremadura

ab 2006

Problemstellung:

Alte Steineichenwälder sterben ab - Trockenheit, Pilz- und Schädlingsbefall setzen den Bäumen zu. Die Weideflächen zwischen den Bäumen veröden zusehends. Ein Versteppung der Landschaft droht.

Ursachen:

Übernutzung der Weideflächen durch Schafe und Rinder verdichtet den Boden so stark, dass Regenwasser nicht mehr aufgenommen werden kann und ungenutzt abrinnt. Regelmäßiger Baumschnitt von großen Ästen führt zu Pilzerkrankungen. In weiterer Folge werden die geschwächten Bäume von Käfern befallen, die Larven fressen das Innere der Bäume. In der Folge werden die hohlen  Stämme von Ameisenkolonien besiedelt.

 

Auftraggeberin: Prinzessin Nora von Lichtenstein

Auf einem Gelände von 270 ha, auf dem vorher noch im Sommer Trockenheit herrschte, karge Weiden lagen und Steineichen starben, breitet sich nun eine insgesamt 50 ha große Wasserlandschaft aus.

Die Ergebnisse verblüffen Medien und Fachwelt gleichermaßen.

Homepage Vivencia Dehesa (englisch)

Maßnahmen und Lösung:

  • Einstellung oder Reduzierung der Beweidung der Flächen, sodass keine weiteren Schäden mehr durch Überweidung entstehen können. Dadurch kann bei den steineichen auch wieder eine Verjüngung durch Wurzeltriebe erfolgen
  • Aussäen von Mischkulturen mit einer Vielfalt an Klee, Salaten, Hülsenfrücheten und Wurzelgemüse.
  • "Verwundung" des Bodens zwischen den kranken Eichen mittels Kultivator, um vermehrt Eichelfrüchte in den Boden einarbeiten zu können und die absterbenden Bäume in den nächsten fünf bis zehn Jahren rechtzeitig durch junge ersetzen zu können.
  • Anlage von Wasserretentionsbecken um das Niederschlagswasser auf dem Grundstück halten zu können und mittelfristig den Grundwasserspiegel wieder anzuheben.

Die Seenlandschaften wurden so konzipiert, dass sie möglichst alles abfliessende Regenwasser im Winter auffangen und für den trockenen Sommer speichern können. Die Seen sind in natürlichen Senken angelegt. Somit wurde der Aufwand für den Bau vermindert. Die Seenlandschaften bewässern die umliegenden Uferzonen und verbessern das Mikroklima der betreffenden Ort für Jahrzehnte wohl Jahrhunderte. Die Versteppung und Wüstenbildung konnte lokal rückgängig gemacht werden. Die Landschaften wurden in grüne, überaus produktive Oasen verwandelt.

Letztendlich soll eine Wasserlandschaft entstehen, bei der alle Wasserflächen miteinander verbunden sind. Wasser soll erst wieder vom Grundstück abfließen dürfen, wenn alle Seen restlos gefüllt sind. Auch soll von den größeren Seen Verbindungen zu den kleineren geschaffen werden, so dass kein See bei länger anhaltenden Trockenzeiten austrocknen kann, während andere noch ausreichend Wasser besitzen. Das vorhandene Wasser soll möglichst gleichmäßig und sparsam auf dem gesamten Grundstück so lange wie möglich gehalten werden.